Biografie

Uma Thurman, eine Schauspielerin, die hinsichtlich ihrer Karriere eine Berg- und Talfahrt aufweisen kann - von Oscartrophäen und goldenen Himbeeren… und von einer Hollywooddarstellerin, die die gängigen Ansichten der Filmbranche nicht teilt.

"skinny in places, fat in others. An average gal" - "gut aussehend bei passenden Gelegenheiten, fett bei anderen - eine normale Frau"

Erst einmal Teller waschen

Uma Thurman -es heißt zum einen, dass der Name Uma seinen Ursprung bei einer hinduistischen Gottheit findet, zum anderen kursiert das Gerücht über die amerikanisierte Form eines schwedischen Namens, nämlich ihrem vollständigen Namen Uma Karuna- wurde am 29. April 1970 in Boston, Massachusetts (USA), geboren und wuchs aufgrund der Tatsache, dass ihr Vater ein begeisterter Buddhismus-Anhänger (Buddhismus-Professor auf Columbia) und neben Richard Gere der Mitbegründer des Tibet-Haus war, in etwas anderen Verhältnissen auf, als es normalerweise üblich ist, wenn man denn von normal sprechen möchte. Ihr Vater Robert A.F. Thurman war also der erste westliche Mann, der zum buddhistischen Mönchen geweiht wurde, ihre schwedische Mutter Nena von Schleebrügge arbeitete hingegen als Model und Psychotherapeutin und war in erster Ehe mit dem Drogenguru Timothy Leary verheirat, der Umas Taufpate war. Ihr Großvater, der Baron Karl von Schleebrügge, wurde im 2.Weltkrieg von den Nazis verhaftet, weil er sich geweigert hat, jüdische Geschäftspartner zu verraten. Großmutter Brigit Holmquist, eine berühmte schwedische "Schönheit", arbeitete ebenfalls als Model und posierte für eine Statue in Trelleborg. Eine gelungene familiäre Mischung; wie ich finde.
Des Weiteren hat sie drei Geschwister, allesamt Brüder, deren Namen auf die buddhistische Lebensweise der Familie zurückzuführen sind: Dechem, Ganden und Mipam. Uma und ihre Brüder wuchsen auf dem Bohemien-Landsitz ihrer Eltern in Woodstock auf.

Das Leben der späteren Schauspielerin schlug einen neuen Weg ein, als sie im Alter von fünfzehn Jahren war. In dieser Zeit brach sie die Schule ab, ging nach New York und wollte Schauspielerin werden. Die junge Thurman hatte einen Traum und machte sich auf den Weg, diesen zu verwirklichen; ein Ehrgeiz, den nur sehr wenige bezüglich ihrer Träume aufbringen, der aber dennoch -sicher- mit Gefahren verbunden ist. Uma arbeitete vorerst als Tellerwäscherin und modelte (1.83 m) nebenher.

Gary Oldman - the first man

Die etwas andere Erziehung und die Art und Weise wie die vier Kinder in der Familie Thurman aufwuchsen unterschied ihr Leben sicherlich von dem ihrer Nachbarn. So kam es das eine oder andere Mal zu Besuchen von fernöstlichen Heiligen und Flüchtlingen aus Tibet.

Ungewöhnlich schnell kam es dann auch zu ihrer ersten Leinwanderfahrung im Jahr 1987. Die 17-jährige Thurman tauchte in dem Independentfilm Kiss Daddy Goodnight auf, in dem sie einen kriminellen Vamp spielte, Männer verführte und anschließend ausraubte. Ihren, man könnte sagen ersten, Durchbruch erreichte Uma nur ein Jahr später. Sie mimte die jungfräuliche Cecile de Volonges in Stephen Frears bewegender Choderlos-de-Laclos-Verfilmung Gefährliche Liebschaften, ehe etwas schmal umhüllte Auftritte folgten; so war sie die Liebesgöttin Venus in Terry Gilliams The Adventures of Baron Munchausen und wurde von Philip Kaufman als Henry Millers Frau in der nicht unumstrittenen (der Film bekam ein NC-17 Rating) 30er-Jahre-Produktion Henry und June besetzt. In dem Sittenbild-Streifen waren Nacktszenen von Thurman keine Seltenheit, was die unangenehme Anbetung einiger fragwürdiger "Fans" zur Folge hatte. Die Schauspielerin entschied sich, in ihrer Zukunft eher auf vorwiegend bekleidete Rollen zurückzugreifen.
Im September 1990 heiratete sie zum ersten Mal. Die Ehe mit dem Schauspielkollegen Gary Oldman hielt jedoch nur zwei Jahre, so dass es 1992 zur Scheidung kam (die Beziehung war sogar schon nach einem Jahr beendet).

Ethan Hawke - number two

"Ich bin nicht der Typ, der sich durch Schuldgefühle wühlt und fragt, warum etwas schief gegangen ist", sagt die Schauspielerin heute und es wird eine gewisse Leichtigkeit deutlich, mit der sie durch ihr Leben geht, eine gesunde Leichtigkeit, die man möglicherweise aufbringen muss, um einigermaßen stabil durch ein Leben zu gehen, das im Fokus so vieler Augen liegt. Thurman sagt selbst, dass dies nur eine logische Folge ist, wenn man in dem Beruf, in dem sie arbeitet und arbeiten will, erfolgreich sein möchte. Je größer der Bekanntheitsgrad, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Person für die Öffentlichkeit interessant ist, weiß sie, und zeigt somit Verständnis für jeden Paparazzi, sieht in dem oft gespaltenen Verhältnis sogar eine gegenseitige Abhängigkeit, räumt aber strikt ein, und lässt es als Bedingung wirken, dass die Privatsphäre ihrer Kinder heilig ist.

Ihr zweiter Ehemann war Ethan Hawke, den sie am 1. Mai 1998 heiratete und mit dem sie bereits ein Jahr früher in dem Science-Fiction-Thriller Gattaca vor der Kamera stand. Doch auch diese Ehe ging in die Brüche, hielt aber deutlich länger, als es ihre erste Ehe geschafft hat. Im September 2003 trennten sie sich nach fünf Jahren Ehe, wollen sich aber weiterhin gemeinsam um ihre beiden Kinder kümmern - Tochter Maya Ray Thurman-Hawke kam am 8. Juli 1998 auf die Welt, Sohn Roan erst vier Jahre später.
Allerdings setzte sich Thurman nach der Trennung von Hawke mit den Gedanken an ein frühzeitiges Karriereende auseinander, entschied sich dann aber -und dafür danken wir ihr nicht nur wegen der bravourösen Rolle in Kill Bill, für die sie wie geschaffen scheint- für eine weitere Zukunft als Schauspielerin und war sich sicher, Familie und Beruf unter einen Hut bringen zu können, was sich nunmehr als richtig erwies. Es heißt, dass die Schauspielerin Meryl Streep in menschlicher Hinsicht ein Vorbild für Uma Thurman darstellt.

Quentin Tarantino - der Garant für ihre größten Rollen

Neben dem Filmgeschäft lernte Thurman im Juni 2000 auch die Werbebranche kennen. Die französische Kosmetikfirma Lancome engagiert sie als Hauptwerbefigur, was an vorderster Front sicher auch eine finanzielle Genugtuung war.
Drei Jahre zuvor, im Oktober 1997, landete sie in dem englischen Magazin Empire in den Top 100 der größten Filmstars aller Zeiten. Auch wenn es nur der 99 Platz war, auf dem Thurman geführt wurde, ein recht einprägsamer und bedeutender Erfolg für die Schauspielerin, die in ihrem Leben aber besonders lächelnd auf das Jahr 1994 zurückblicken wird.

Nach Henry und June stellte sich zunächst eine kleine Durststrecke ein, die dann allerdings 1994 auf so beeindruckende Art und Weise beendet wurde, dass man von einem der wohl bekanntesten Filme des zwanzigsten Jahrhunderts sprechen kann. Filmemacher Quentin Tarantino sorgte für den endgültigen Durchbruch der Schauspielerin, indem er Uma die Rolle der Mia Wallace anvertraute. Die Rede ist von dem Gangsterfilm Pulp Fiction, in dem Thurman die koksende Frau eines Gangsterbosses spielt und wesentlichen Anteil an einer der berühmtesten Filmszenen überhaupt hat - die Tanzszene mit John Travolta (in den sie nach eigenen Angaben seit Grease "verschossen" ist), die 1995 den MTV Movie Award gewann. Die Verkörperung der Mia Wallace brachte Uma Thurman unter anderem bei den Academy Awards 1994 die Nominierung für den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle ein, den sie leider nicht gewinnen konnte (best actress in a supporting role - Dianne Wiest, Bullets Over Broadway). Pulp Fiction machte Uma Thurman -wie man so gern sagt, auch wenn es die reinste Polemik ist- unsterblich. Der Kassenschlager Kill Bill, der erneut von Quentin Tarantino ins Leben gerufen und in zwei Teile (Volume one und Volume two) gesplittet wurde, verlieh jener Unsterblichkeit schließlich die unumstrittene Berechtigung.

Mit freundlicher Genehmigung von www.moviereporter.net

Quelle:

http://www.moviereporter.net/specials/7/uma_karuna_thurman.html